Besichtigung der Fundamentalstation Wettzell

12.07.09 – Die „Gemeinschaft im Unteren Dorf“ arrangierte am Sonntag eine Besichtigung der Fundamentalstation in Wettzell. Der Hohenwarther Klaus Röttcher führte die 20 Teilnehmer durch das Areal, alle waren von seiner fachlichen Kompetenz begeistert. Der Referent zeigte die Aufgaben der Station „nicht wissenschaftlich hochtrabend“, sondern in „einfacher Sprache“, für alle verständlich, gekonnt auf. GUD-Vorsitzender Max Schlecht begrüßte und dankte Klaus Röttcher für die spontane Zusage zur Stationsführung. Im September ist wegen der großen Resonanz eine weitere Führung.
Die Station Wettzell, die seit 30 Jahren besteht, hat sich in den drei Jahrzehnten international einen bedeutenden Namen gemacht und ist auf der ganzen Welt anerkannt und ein begehrter Partner. Wettzell wurde damals als Standort ausgewählt, weil es vor dem Kalten Krieg keine Flugstraße über dem Gebiet gab, Standortvorteile waren zudem klare Luft, viele Sonnentage und das Urgebirge im Untergrund.
Militärisch hat die Station „überhaut nichts am Hut“, so Röttcher. Hauptaufgabengebiet ist die Vermessung der Erde, hier beeindruckte die GUD-ler die Zielgenauigkeit der vielen Messungen, so ist Wettzell „Datensammler“ für viele Bereiche, auch des „täglichen Lebens“. Es wurden mittlerweile verschiedene Vermessungssysteme entwickelt, die weltweite Beachtung finden. Sie sind koordinatengestützt mit den entsprechenden Satelliten im Weltraum.
Die 300.000 Kilometer zum Mond können auf den Zentimeter bestimmt werden. Hier leistet das 20-Meter-Radioteleskop, weithin sichtbar aus der Umgebung von Wettzell, entscheidende Dienste. Die Satellitengeodäsie wird auch eingesetzt um die Polbewegungen der Erde und die Plattenverschiebung der Kontinente zu vermessen und wissenschaftlich aufzubereiten. Anhand von Schaubildern zeigte Klaus Röttcher eindrucksvoll die vielfältigen Aufgaben der Wettzeller Station auf. Hervorragende Dienste werden auch an das „Global-Positionierungs-System“ (GPS) weitergegeben. Tagtäglich nutzen wir das GPS, wenn wir zum Beispiel das „Navi“ im Auto einschalten, so die Worte des Referenten. Ein Rundgang durch das Areal, auf dem wieder gebaut und erweitert wird, schloss sich an.
Max Schlecht dankte Klaus Röttcher für die hervorragende Führung, dafür bekam er viel Applaus.
Anschließend trafen sich alle im Gasthaus Pongratz in Sackenried zum Kaffeetrinken.
Aufgrund der großen Resonanz wird im September nochmal eine Führung mit Klaus Röttcher durch die Fundamentalstation arrangiert.