Wallfahrt zum Haidstein, St. Ulrich

Zum 24. Mal fand am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, die traditionelle Wallfahrt der Gemeinschaft im Unteren Dorf zu St. Ulrich auf dem Haidstein statt. In diesem Jahr durften die Organisatoren einen deutlich stärkeren Zuspruch verzeichnen, denn mit knapp vierzig Teilnehmern konnte ein neuer Rekord an Wallfahrern verzeichnet werden. Die Wallfahrt, die bereits eine langjährige Tradition hat, wurde 2025 erneut zu einem bewegenden Erlebnis für alle Beteiligten.

Das Konzept, den Aufstieg zur Kapelle auf dem Haidstein ab dem Hotel Bayerwaldhof in Liebenstein zu starten, wurde von den Wallfahrern sehr gut angenommen und scheint sich als feste Größe zu etablieren. Die Route, die rund eine Stunde durch den Wald führt, stellte sich als perfekte Balance zwischen Herausforderung und Besinnung dar.

„Die Atmosphäre war einfach einzigartig“, erklärte Pfarrer Johann Wutz, der auch heuer wieder den Kreuzweg von Lourdes betete. Dieser Kreuzweg, der mit seinen 15 Stationen eine besondere spirituelle Dimension bietet, wurde von den Teilnehmern als besonders tiefgehend empfunden. Wutz zeigte sich beeindruckt von der hohen Zahl an Teilnehmern und der Ernsthaftigkeit, mit der der Gebetsweg begangen wurde. „Es war eine Würde und ein erhabener Ablauf“, so der Pfarrer weiter.

Dem Kreuz, getragen von Seppe Graßl, folgten die Wallfahrer in einer respektvollen Stille, die nur durch die feierlichen Gebete und die Besinnung an den einzelnen Stationen unterbrochen wurde. An jeder Station hielt Pfarrer Wutz inne, um mit den Teilnehmern über das jeweilige Thema nachzudenken. Den Höhepunkt des Gebetswegs bildete die 15. Station in der Kirche St. Ulrich, wo eine abschließende Betrachtung zum Leben des heiligen Ulrich stattfand. Besonders bewegt wurde auch der Moment des gemeinsamen Gebets für die Anliegen der Wallfahrer, in dem auch der Verstorbenen gedacht wurde.

Im Anschluss fand eine gemütliche Einkehr in der Haidsteiner-Hütte statt, wo die Teilnehmer bei einem köstlichen Mittagessen den Vormittag ausklingen ließen und sich über den erlebten Tag austauschten. Für die Verantwortlichen der Gemeinschaft im Unteren Dorf war die gelungene Durchführung der Wallfahrt ein Grund zur Freude, nicht nur aufgrund der hohen Teilnehmerzahl, sondern auch wegen des harmonischen Ablaufs.

Die Geschichte der Kirche auf dem Haidstein und der dazugehörigen Wallfahrten reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Einst eine Burgkapelle, erlebte sie im Jahr 1656 nach einem Gelübde des Grafen Hans Heinrich Nothafft ihre erste Renovierung und wurde zur Wallfahrtsstätte für bis zu zwölf umliegenden Gemeinden, darunter auch Hohenwarth. Nach der Säkularisation im Jahr 1803 nahm die Zahl der Wallfahrten ab. Doch vor 25 Jahren beschlossen die Verantwortlichen der GUD, die Wallfahrt nach St. Ulrich wieder aufleben zu lassen, eine Tradition, die auch heute noch sehr lebendig ist und immer mehr Menschen anzieht.

Der 3. Oktober 2025 wird somit als ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Hohenwarther Wallfahrt in Erinnerung bleiben. Die spirituelle Verbundenheit und die gelebte Tradition finden Jahr für Jahr wieder mehr Anhänger, und so darf man gespannt sein, welche Höhepunkte die Wallfahrt der GUD Hohenwarth in den kommenden Jahren noch bereithält.

Haidstein 2025

Zum wallfahrn heit
san kemma ganze 37 Leit.

Mia san ganga, ham bet‘
und d‘ Heidi hod gsunga –
dano samma gsessn, ham gessn und drunga.

De Sun hod uns ogscheint als hätt‘ mas vodeant,
’s kannt oba ah sei ’s war wegam Herrn Pfarrer,
denn der war ah heia wieda dabei.

Fortsetzung folgt… 2026

In zwölf Monat‘ is‘ scho soweit,
mochts eich a Kreizl in ‚Kalender und hoits Eich bereit!

Autor: Anita Baarsch